St. Andrä
Unser Heimatdorf
Die Pfarrgemeinde St. Andrä umfasst die Fraktionen St. Andrä-Dorf, Mairdorf, Karnol, Plabach, St.Leonhard, Rutzenberg. Mellaun und Klerant und zählt 1.500 Einwohner. Im Jahre 1941 wurde St. Andrä mit Afers und mit den umliegenden Fraktionen der Gemeinde Brixen einverleibt.
Die Geschichte der Pfarre St. Andrä reicht weit zurück, ihre Anfänge liegen im Dunkeln. Im Jahre 1177 erwähnt, wurde die Pfarre dem 1157 gegründeten Brixner Heilig-Kreuz-Spital zugesprochen. Der Vorstand des Heilig-Kreuz-Spitals war gleichzeitig Pfarrer von St. Andrä. 1751 wurde an Stelle des Heilig-Kreuz-Spitals das Priesterseminar errichtet. Seither war der Vorsteher des Seminars Pfarrer von St. Andrä. Erst 1930 löste sich die Pfarrei St. Andrä von dieser Zugehörigkeit.
Anlässlich der Friedhofserweiterung im Jahre 1995 stellten die Archäologen fest, dass an Stelle der heutigen Pfarrkirche ein bedeutendes bäuerliches Anwesen stand und dass der Ort von der Antike bis heute kontinuierlich besiedelt war. Schon die Gräberfunde in den Reifer Feldern im Jahre 1908 waren so bedeutsam, dass eine ganze Kulturepoche der Tiroler Geschichte nach dem Ort Mellaun benannt wurde: Die “Mellauner Kultur”ist etwa 600 v. Chr. anzusetzen. Das bedeutendste Adelsgeschlecht des Mittelalters waren die Herren “De Monte”, die am Villhof, im Ortszentrum von St. Andrä, nachzuweisen sind.
St. Andrä war seit je her eine Streusiedlung, der Ortskern war klein, die einzelnen Höfe bis zu zwei Gehstunden von der Pfarrkirche entfernt. Um sich den weiten Kirchweg zu ersparen, bauten die Mellauner, Klerner, Leonharder u. Karnoler eigene Kirchen. Diese stellen kunsthistorische Juwele dar, da manche davon den gotischen Baustil mit den wertvollen Fresken bewahrt haben. Hervorzuheben sind besonders die Fresken des Meisters Leonhard von Brixen in Mellaun und Klerant. In diesen Kapellen feiern zu besonderen Anlässen die Ortsseelsorger mit den Gläubigen die Hl. Messe.
Ab dem Jahre 1980 hat sich der Ortskern infolge einer regen Bautätigkeit stark verdichtet. Über hundert neue Wohnhäuser entstanden, der Ortskern hat beinahe einen städtischen Charakter angenommen, die Bevölkerungsstruktur stark gewandelt. Der Großteil der Erwerbstätigen sind Pendler und im Dienstleistungssektor tätig. Die Wohnungsbesitzer wechseln sich häufig ab. Neue Familien kommen dazu, andere wandern ab. Die Leute kennen sich immer weniger, das Dorf und deren Bewohner sind nicht mehr überschaubar.
St. Andrä ist seit dem ersten Weltkrieg keine Gemeinde im bürgerlichen Sinne. Trotzdem entfaltet der Ort ein reges Vereinsleben. Zu den traditionellen Vereinen wie der spielfreudigen Musikkapelle, der stets einsatzbereiten Frw. Feuerwehr, der heimatbewußten Schützenkompanie, der gut besetzten Heimatbühne, dem rührigen Sportverein gesellen sich kirchliche und kulturelle Organisationen, welche das Leben in der Pfarrgemeinde wesentlich prägen und gestalten.
Unser Pfarrer Jörg Ernesti, der aus Paderborn stammt und als ordentlicher Professor an die Philosophisch-Theologische Hochschule in Brixen berufen wurde, betreut neben der Pfarrei St. Andrä auch die Pfarrgemeinde Afers. In seiner umfangreichen Seelsorgstätigkeit steht ihm Kooperator Anton Pramstrahler MCCJ zur Seite.
In St. Andrä werden die Glocken an hohen Festtagen noch mit der Hand geläutet. Der feierliche Glockenklang, der festlich geschmückte Altar, der gut eingeschulte Chorgesang verleihen den liturgischen Feiern eine besonders festliche Stimmung.
Die “Berger”, so werden die Bewohner des St. Andräer-Berges genannt, bilden eine Gemeinschaft, die trotz starker Mobilität noch gut zusammenhält, sich den traditionellen Gepflogenheiten verpflichtet fühlt, aber der zukünftigen Entwicklung nicht ohne Bedenken gegenübersteht.
Andreas Piok, St. Andrä

